Kupala-Nacht in Dubicze Cerkiewne

Kupala-Nacht in Dubicze Cerkiewne

Eine Prozession von Frauen in weißen Kleidern mit Laternen zieht durch eine grüne Wiese am Fluss. Die Frauen gehen barfuß an einem großen Lagerfeuer am Ufer vorbei.

Ganz vorne geht ein Junge, der eine frisch gefällte kleine Birke trägt. Die Prozession betritt den Fluss, umringt von den Gesängen der Menschen. Frauen kreisen um den Baum und waten durch das Wasser. In ihren Händen halten sie Blumenkränze, die sie gleich in den Fluss legen werden. Wer sie fängt, bevor sie in das Schilf an der Küste fallen, hat angeblich Glück in der Liebe. Die warme Sommernacht riecht nach Wiese und Wald. Plötzlich rennt ein Dutzend Jungen ins Wasser, um die Kränze zu holen.

Die Kupalanacht ist das wichtigste Fest des heidnischen Europas, das vor allem in seinem östlichen Teil noch heute lebendig ist. Jahrhundertelang von der Kirche bekämpft, wurde sie im Laufe der Zeit mit der Person Johannes des Täufers in Verbindung gebracht und als eine Laune des Volkes akzeptiert. In den meisten Ländern fällt sie mit der kürzesten Nacht des Jahres zusammen und ist als Mittsomerfest bekannt, aber bei einigen Menschen in der Region Podlasie wird sie nach dem orthodoxen Kalender gefeiert, d. h. ein paar Wochen später.

Kupala-Nacht in Dubicze Cerkiewne

Jedes Jahr am ersten Samstag nach dem 12. Juli findet auf der Küstenwiese im Dorf Dubicze Cerkiewne und in mehreren anderen Städten der Region das große Fest der Kupalanacht statt. Die Orte werden von Bands besucht, die traditionelle Musik aus Polen, Weißrussland und der Ukraine spielen, aber auch von vielen Einheimischen, vor allem von Ukrainern. Es gibt Vorführungen traditioneller Handwerkskunst, gutes Essen und Getränke. Und vor allem – um den Geist des alten Lebensfestes zu spüren, das trotz des jahrhundertelangen Drucks der christlichen Religion und Kultur immer noch unter dem Patronat der Kupala steht – einer alten slawischen Fruchtbarkeitsgottheit.

Die Kupala-Nacht in Dubicze Cerkiewne ist nicht nur ein geheimnisvolles, exotisches Ritual, das Fans des Films Midsommar begeistern wird, sondern vor allem ein unvergesslicher Abend, der den Geist von Podlasie zum Ausdruck bringt – einem multikulturellen Land an der Kreuzung zwischen Mittel- und Osteuropa.

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Kupala-Nacht in Dubicze Cerkiewne

Dubicze Cerkiewne

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Urwald Białowieża

Wenn Sie in den Urwald Białowieża fahren, sind Sie von einem Zwielicht umgeben, das man eher mit einem tropischen Dschungel als mit einem gewöhnlichen Wald in unserem Teil Europas assoziiert. Wenn man weitere Kilometer zurücklegt, scheinen die Bäume immer höher und dichter zu werden. Nach einem mehrtägigen Aufenthalt im Wald werden Sie eine Weile brauchen, um sich wieder an offene Räume zu gewöhnen.  Der uralte Komplex des Urwaldes Białowieża ist ein Dinosaurier unter den Wäldern. Er ist eines der letzten Gebiete, die zu Überresten der ursprünglichen Waldlandschaft des europäischen Tieflandes gehört. Jahrhundertelang jagten hier polnische Könige und russische Zaren. Heute steht der wertvollste Teil des Waldes im Rahmen des Nationalparks Białowieża unter strengem Schutz und ist in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes aufgenommen.   Puszcza Bialowieska. fot. Grzegorz und Tomasz Klosowscy   Die Wälder in Białowieża sind ein Schutzgebiet für wilde Tiere, deren bekanntester Vertreter der Wisent ist. Dieser wilde, phlegmatische Verwandte des Rindes bewohnte einst die Wälder von Sibirien bis Nordspanien. Jahrhunderte der rücksichtslosen Jagd und Kriege brachten diese Tierart an den Rand des Aussterbens. Der letzte wilde Wisent starb am Ende des Ersten Weltkriegs und die Population beginnend mit 12 in Gefangenschaft gehaltenen Exemplaren zurück ins Leben gerufen. Heute gibt es in Polen 1 500 Wisente, von denen die Hälfte im Urwald Białowieża in freier Wildbahn leben. Mit etwas Glück kann man sie früh am Morgen auf den Waldlichtungen sehen. Das ist die Zeit, in der sich die Tiere zeigen, um nach Essen zu suchen.      Der Urwald Białowieża kann auf Fahrrädern erkundet werden. Gut gepflegte, asphaltierte und gepflasterte Waldwege durchkreuzen den Komplex mit langen, geraden Strecken, auf denen Sie höhere Geschwindigkeit erreichen können. Unterwegs kommen Sie an, jahrhundertealten Eichen oder Aussichtstürmen am Rande von Wiesen und Feuchtgebieten vorbei. Ein Wahrzeichen sind auch tief im Wald verstecke Orte mit besonderer Kraft, die sich nach Meinung der Radiästheten durch eine hohe Ansammlung positiver Energie auszeichnen. Ist dies wirklich wahr? Überzeugen Sie sich selbst! Lesen Sie mehr über den Urwald Białowieża lesen Sie auf der Webseite von National Geographic (auf Deutsch) Webseite des Nationalparks Białowieża Wichtig: Aufgrund der angespannten Situation an der polnisch-weißrussischen Grenze eit dem Sommer 2021 befindet sich ein Großteil des Urwaldes Białowieża, einschließlich des Dorfes Białowieża, im Ausnahmezustand und kann während Ihrer Reise möglicherweise nicht besucht werden. Am besten informieren Sie sich vor der Abreise bei Ihren Gastgebern.       SIEHE DIE GANZE GESCHICHTE – PODLACHIEN    

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Green Velo

Das grüne Rückgrat von Podlasie. Radfahren ist zweifellos die beste Art, Podlasie kennen zu lernen. Die schönsten Teile der Region werden vom Fernradweg Green Velo (Wschodni Szlak Rowerowy) durchquert, einer gut ausgeschilderten, asphaltierten Route mit kompletter Fahrradinfrastruktur, die in gemeinsamer Anstrengung der östlichen Regionen Polens mit Unterstützung der EU geschaffen wurde. Green Velo ist das fortschrittlichste Fahrradprojekt in Polen. Die Route ist mit den charakteristischen orangefarbenen Schildern gekennzeichnet und führt über 2.000 Kilometer durch 6 Woiwodschaften Ostpolens. Entlang des Weges sind mehr als 200 Plätze zur Erholung mit Überdachung und Informationstafeln entstanden.     In Podlasie können Sie mit Hilfe von Green Velo die schönsten Orte der Region besuchen: den Urwald Białowieża (Puszcza Białowieska), die Sümpfe an dem Fluss Biebrza, den Urwald Augustów (Puszcza Augustowska), den See Wigry oder die postglaziale Hügellandschaft um Suwałki. Speziell für Sie haben wir zwei Streckenabschnitte für eintägige Exkursionen ausgewählt!   Route Nr. I. Rund um den Nationalpark Biebrza (Biebrzański Park Narodowy) Die Strecke mit der Länge von circa 44 Kilometer führt durch die schönsten Naturgebiete der Sümpfe am Fluss Biebrza. 90% Prozent der Strecke sind asphaltiert, der Rest sind bequeme, sandige Waldwege. Unterwegs sehen Sie die russische Festung aus dem 19. Jahrhundert in Osowiec, die abgelegenen Dörfer Barwik und Gugny. Von diesen Dörfern aus erreichen Sie den spektakulären Sumpf “Ławki“ mit seinem Aussichtsturm und das Dorf Trzciany mit seiner historischen Kirche und dem jüdischen Friedhof. Nahe Begegnungen mit Elchen sind hier durchaus möglich! Länge: 44 km Fahrzeit: ca. 4,5 Stunden Schwierigkeitsgrad: mäßig schwierig Weitere Informationen   Route Nr. II. Mit dem Fahrrad um den See Wigry Die Route umrundet den wilden, postglazialen See Wigry im nördlichen Teil der Woiwodschaft und liegt im Nationalpark. Das Symbol dieses Ortes ist der Biber. Die Spuren dieses Tieres werden Sie ständig auf Ihrem Weg begleiten. Außerdem können Sie ein paar Aussichtstürme mit einer wunderbaren Geländeaussicht besteigen, Waldstege und Brücken überqueren und das historische Kamaldulenserkloster auf einer malerischen Halbinsel im Wigry besichtigen. Etwa die Hälfte der Strecke verläuft durch Waldwege und –pfade. An einigen Stellen muss man vom Sattel absteigen und das Rad tragen. Am besten nimmt man ein Mountainbike für die Strecke mit. Länge: 48 km Fahrzeit: etwa 5 Stunden Schwierigkeitsgrad: mittelschwer Weitere Informationen Mehr über Green Velo   SIEHE DIE GANZE GESCHICHTE – PODLACHIEN  

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Białystok – Heimat des Esperantos

Ĉu vi aŭdis pri Esperanto? Haben Sie schon von Esperanto gehört? Der letzte ernsthafte Versuch, die Menschen vor dem endgültigen Sieg des Englischen zur Verwendung einer gemeinsamen Sprache zu bewegen, wurde von einem Mann aus Bialystok unternommen. Sein Name war Ludwik Zamenhof, und die Sprache, die er von Anfang bis Ende und bis ins kleinste Detail entwickelte, heißt Esperanto. Nach verschiedenen Schätzungen wird sie weltweit von 100.000 bis 2 Millionen Menschen gesprochen - darunter mehrere hundert, die sie zu Hause als Muttersprache gelernt haben. Ludwik Zamenhof war vor dem Zweiten Weltkrieg ein Kind des multikulturellen Białystok, einer Stadt, in der mehr als die Hälfte der Bevölkerung Juden waren. Esperanto wurde auf der Welle der Träume über die Verständigung zwischen den Menschen in Zeiten des wachsenden Nationalismus geboren. Zamenhof glaubte, dass der Hauptgrund für Spannungen und Fehden das Fehlen einer gemeinsamen Sprache ist. Deshalb nannte er Esperanto nach einer Ableitung des lateinischen Wortes "Hoffnung". (französisch espérer, von lateinisch spērō - hoffen). Esperanto bedeutet also wörtlich "ein Mensch, der hofft". Wenn Sie Białystok, die Hauptstadt der Region Podlasie, besuchen, sollten Sie unbedingt das Ludwik-Zamenhof-Zentrum besichtigen. Dort ist eine kleine Ausstellung zu sehen, die Zamenhofs Leben und seinem Abenteuer gewidmet ist, eine künstliche Sprache zu schaffen, die für Menschen auf der ganzen Welt einfach und zugänglich sein wird. Seit der Entstehung von Esperanto hat sich viel verändert, und es ist klar, dass es eine Sprache ist, die hauptsächlich für die Bedürfnisse und Empfindlichkeiten eines europäischen Publikums geschaffen wurde. Dennoch wird die Geschichte von Esperanto und seinem Schöpfer jeden berühren, dem der Traum von Frieden und Versöhnung zwischen den Völkern am Herzen liegt - unabhängig davon, ob er jemals erfüllt werden kann oder nicht. Website des Zamenhof-Zentrums (auf Englisch) Dieselbe Website auf Esperanto   SIEHE DIE GANZE GESCHICHTE – PODLACHIEN      

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Auf dem Pferd durch den Urwald Augustów

Sie werden nicht glauben, dass es mitten in Europa Reitwege gibt, auf denen Sie den Wald einen ganzen Tag lang nicht verlassen und sich an speziellen Rastplätzen mit Tränkebecken und Feuerstellen erholen und sich vor dem Regen schützen können. Dies ist nicht der Wilde Westen. Das ist Ostpolen! Im riesigen Waldkomplex des Urwalds Augustów (Puszcza Augustowska) im Norden der Woiwodschaft Podlachien wurde dank der Bemühungen der örtlichen Förstwirten ein Netz von Reitwegen abgesteckt, das durch die interessantesten und einsamsten Teile des Waldes führt. Eine Verlängerung des Weges führt in die benachbarte Region Masuren (Mazury), so dass sich eine beeindruckende Strecke von rund 400 Kilometern ergibt! Der Weg ist deutlich mit charakteristischen grünen Fähnchen markiert und eignet sich sowohl für einen eintägigen Ausflug als auch für längere Wanderungen. In der Nähe der Stadt Augustów und des Sees Wigry gibt es eine Reihe von Gestüten. Dort kann man einen Termin vereinbaren, um Ausritte zu unternehmen und die schönen Wälder dieses Teils Polens auf dem Rücken der Pferde erkunden. Mehr Informationen   SIEHE DIE GANZE GESCHICHTE – PODLACHIEN  

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